Praxis für Körper Psyche Therapie

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AKTUELLE PARKPLATZSITUATION

Da aufgrund des Corona Virus sowohl das Restaurant Moliono als auch das sich im RWD Hochhaus befindende Fitnesszentrum geschlossen haben, hat es jetzt sehr viele freie Parkplätze direkt vor der Tür in der Badenerstrasse 21.

Stand 27.3.2020

20.3.20

WEITERFÜHRUNGEN DER PSYCHOTHERAPIE VOR ORT

Das BAG sagt dazu Folgendes:

 

  • Zurzeit dürfen Psycholog(inn)en und Psychotherapeut(inn)en ihre Patientinnen und Klienten weiterhin auch in der Praxis betreuen. Wir empfehlen insbesondere im Bereich der Psychotherapie, die Behandlung unbedingt weiterzuführen. Das ist für psychisch kranke Menschen gerade in dieser belastenden und anforderungsreichen Zeit, bei denen z.T  wichtige Copingstrategien wegfallen und ihnen die Isolation zusetzt, enorm wichtig. Dabei sind aber die Hygienevorschriften und der Abstand von mindestens zwei Metern einzuhalten.
  • Gleichzeitig kann, wenn nötig und sinnvoll, den Patientinnen und Klienten angeboten werden, die Therapie telefonisch, per E-Mail oder per Videotelefonie durchzuführen. Dadurch können laufende Behandlungen fortgesetzt werden, auch wenn Patient(inn)en am Coronavirus erkrankt sind oder sich nicht dem Ansteckungsrisiko im öffentlichen Verkehr aussetzen wollen. Videobehandlungen bieten grundsätzlich die Chance, die psychotherapeutische Versorgung weiter ohne den unmittelbaren Kontakt zwischen Patient(inn)en und Psychotherapeut(inn)en sicherzustellen.

Meine Praxis ist entsprechend den Vorgaben des BAG ausgerüstet und ich halte mich streng an die Vorgaben des BAG und der FSP (Föderation Schweizer PsychologInnen). Klientinnen und Klienten, die aus Sicherheitsgründen nicht persönlich in meine Praxis kommen wollen, biete ich Onlinesitzungen per Skype oder Zoom an. Falls Sie dieses Angebot wahrnehmen möchten, informieren Sie mich bitte im Vorfeld.

Als Klientin von mir werden Sie per whatsapp oder SMS auf dem Laufenden gehalten.

Bleiben Sie gesund! Kerstin Hentschel

16.3.2020

UNSER SOZIALES NERVENSYSTEM BRAUCHT UNS

Unser autonomes Nervensystem ist darauf angelegt, die Umgebung auf potentielle Gefahren hin zu scannen.

Stephen Porges nennt das Neuroception. Traumatische Erlebnisse, seien dies Schocktraumata oder frühe Bindungstraumatisierungen, verändern die Datenbanken, aufgrund derer unser System die potentiellen Gefahren einschätzt. Stephen Porges mit seiner Polyvagalen Theorie beschreibt eindrücklich die hierarchische Abfolge von Überlebensstrategien bei Gefahr oder Lebensbedrohung. Die evolutionsbiologisch jüngste, neu hinzugekommene Strategie ist für uns Menschen und andere Säugetiere das Social Engagement, das soziale Miteinander. Diese Strategie zeigt sich schon bei Säuglingen im Bindungsschrei. Der Säugling schreit und sucht nach Bindung zu seiner Bezugsperson, um über deren Fähigkeiten zur Coregulation Selbstregulation erfahren zu können. Auch Erwachsene kennen das: beim Rütteln des Flugzeuges wenden sie sich zu ihrem Sitznachbarn um und suchen Kontakt. Dieses soziale Miteinander ist uns angeboren. Hierarchisch nachfolgend an zweiter Stelle der Überlebens- und Verteidigungsstrategien steht die Aktivierung des Sympathischen Nervensystems mit Kampf oder Flucht. Das passiert wenn unser Nervensystem im Innen oder Aussen Gefahr wahrnimmt. Und erst dann, wenn diese in uns angelegten Kampf- und Fluchtmechanismen nicht mehr unserem Überleben dienen und unser System infolgedessen Lebensbedrohung wahrnimmt, erfolgt als letzte Möglichkeit das Überleben zu sichern die Erstarrung. So ist unsere Biologie.

Je nach unseren Vorerfahrungen haben wir die evolutionsbiologisch angelegten Datenbanken um unsere individuelle Erfahrungsdatenbank ergänzt, sodass die einen schneller Gefahr wahrnehmen und mit Kampf oder Flucht, die anderen schon Lebensbedrohung wahrnehmen und mit Erstarrung reagieren, während eine Gruppe noch relativ lang im sozialen Miteinander sicher sein kann. Diese unterschiedlichen Prägungen sehen wir in der jetzigen Situation: Angst versetzt die einen in den Kampfmodus, wie wir es in den Supermärkten sehen, andere in den Fluchtmodus, der Ihnen erlaubt die Gefahr immer noch zu leugnen, und wiederum andere sind schon in der Erstarrung gefangen. An dieser Stelle möchte ich erinnern, dass wir Menschen mehr sind als nur unsere Verteidigungs- und Überlebensstrategien. Diese Strategien: Kampf, Flucht, Erstarrung oder Unterwerfung sind Strategien, die Teile von uns ausführen. Teile, die in ihrer Geschichte schon eine entsprechende Prägung erfahren haben. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Wir als Ganzes sind mehr als die Summe unserer Teile und als jeder einzelne Teil auch wenn wir uns manchmal sehr mit diesem identifizieren. Wir sind mehr als nur der eine Teil, der im Moment in einer Verteidigungsstrategie in Anbetracht dieses unvermeidbaren Angriffs von Viren ist.

In der Ego State Therapie, aber auch in anderen Teiletherapien, wie zum Beispiel dem Inner Family System nach Richard Schwartz, auch in der Ressourcen Therapie nach Gordon Emmerson geht man davon aus, das uns allen so etwas wie ein höheres Selbst innewohnt, ein unkaputtbares Selbst, ein Weises Selbst. Dieses Selbst ist der Teil in uns, der uns auch in schwierigen Situationen überleben hilft, in dem wir neugierig,  verbunden, kreativ, ruhig, klar, mitfühlend, zuversichtlich und mutig bleiben. Dieses Weise Selbst ist unser spirituelles Selbst. Dieses Weise Selbst ist auch jetzt da, selbst wenn es manche von uns kaum mehr wahrnehmen können. Umso wichtiger ist es, unserem Autonomen Nervensystem zu helfen. Da im Moment in Anbetracht der Situation empfohlen wird, soziale Kontakte zu meiden und auf mindestens 2 m Distanz zu gehen, ist gerade dies eine Herausforderung. Genau derjenige Mechanismus unseres Autonomen Nervensystems, nämlich das soziale Miteinander und das sich im Sozialen Verbinden, wird hier auf die Probe gestellt. So macht es Sinn, immer wieder zu prüfen, wo soziale Kontakte möglich sind und wo sie aufrechterhalten werden können. Gerade in diesen Situationen spüren wir, wie wichtig es ist einem Gegenüber ins Gesicht schauen zu können, die Mimik wahrnehmen zu können und die Stimme hören zu können, um für unser Autonomes Nervensystem wenigstens ein paar Hinweisreize für Sicherheit generieren zu können.

Auch wir Therapeuten sind herausgefordert in dieser Situation mit unseren Klienten in einen sicheren Kontakt zu treten. Sicher heisst im Moment auch, dass wir bereit sein müssen, unseren Klienten Onlinesitzungen anzubieten. Und auch dabei immer wieder zu schauen, wie wir trotz dieser räumlichen Distanz dem Autonomen Nervensystem unserer Klienten Coregulation anbieten können. Das wiederum setzt für uns Therapeuten voraus, dass wir in uns den Ort finden können, der uns Selbstregulation ermöglicht, dass wir in uns mit unserem höheren Selbst in Kontakt kommen können und unseren Klienten aus einem ganzheitlichen Gewahrsein heraus begegnen können.

13.3.2020

SITZUNG VIA SKYPE ODER ZOOM

In Anbetracht der Situation mit dem Corona-Virus biete ich allen Klienten an, ihre Sitzungen mit mir online via Skype oder Zoom weiterzuführen.
Dazu können Sie wie gewohnt einen Termin vereinbaren und mir Ihre Skype oder Zoom ID per Whatsapp oder E-Mail zusenden.
Natürlich ist dies mit Einschränkungen verbunden, da für unser Soziales Nervensystem nicht mehr alle Möglichkeiten gegeben sind, die Signale unseres Gegenübers lesen zu können.

Und bitte beachten Sie die Risiken bezüglich Vertraulichkeit der Datenübermittlung und -speicherung.